Informationen für Ärzte

Für Ärzte die Ergotherapie verschreiben haben wir hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Ergotherapie ist ein von den gesetzlichen Krankenkassen bezahltes Heilmittel. Ergotherapie wird wie Physiotherapie und Logopädie von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Grundlage dafür ist die ausgefüllte „Heilmittelverordnung 18“ (Maßnahmen der Ergotherapie). Wichtige Reglungen der Heilmittelrichtlinien haben wir hier für Sie zusammengefasst.

§ 3. Absatz 2 Heilmittel können zu Lasten der Krankenkasse nur verordnet werden, wenn sie notwendig sind, um

  • eine Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern, oder
  • eine Schwächung der Gesundheit, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führen würde, zu beseitigen, oder
  • einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes entgegenzuwirken, oder
  • Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zu mindern

Bei diesen Indikationen sind oft ergotherapeutische Maßnahmen angezeigt

  • Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems (Indikationsschlüssel SB1 – SB7)
  • Erkrankungen des Nervensystems (Indikationsschlüssel EN1- EN4)
  • Psychische Erkrankungen und Störungen (Indikationsschlüssel PS1-PS5)

Die Verordnung muss die folgenden vier Angaben zum Krankheitsbild und der verordneten Therapie enthalten:

  1. Indikationsnummer
  2. Genaue Diagnose
  3. ICD-10 Code
  4. Leitsymptomatik (z.B. Einschränkung der Beweglichkeit der Hand)
  5. Heilmittel

Im Rahmen der Ergotherapie gibt es vier Heilmittel:

  1. Sensomotorisch-perzeptive Behandlung (45 Minuten): Bei Krankheitsbildern des Nervensystems
  2. Motorisch-funktionelle Behandlung (30 Minuten): Bei Krankheitsbildern des Bewegungsapparates
  3. Psychisch-funktionelle Behandlung (60 Minuten): Bei dementiellen und psychiatrischen Störungen
  4. Hirnleistungstraining (30 Minuten): Nach Abbau oder Verlust der höheren kognitiven Fähigkeiten

Darüberhinaus können vom Arzt Zusatzleistungen verschrieben werden, z.B.:

  • Hausbesuche oder Heimbesuche
  • Thermische Anwendung (Kälte und Wärmeanwendungen) als Ergänzung zu einer
    motorisch-funktionellen oder sensomotorisch-perzeptiven Behandlung
  • Schienenversorgung zur Unterstützung der Handtherapie

Verordnungen außerhalb des Regelfalls

Bei einer Reihe von Indikationen ist ohne Antrag eine Verordnung außerhalb des Regelfalls die somit nicht Ihr Budget belastet. Die häufigsten Fälle sind:

  • Paraplegie
  • Enzephalozele
  • Angeborener Hydrozephalus
  • Spina bifida
  • Systematische Sklerose

Darüber hinaus ist insbesondere bei schwer betroffenen Patienten oft eine längere Behandlungszeit unbedingt notwendig, nicht zuletzt um auch weiterer Pflegebedürftigkeit mit steigenden Behandlungskosten zu reduzieren, aber auch um die Lebenssituation des Patienten nachhaltig weiter zu verbessern und zu erhalten. Nach Ausschöpfung der Gesamtverordnungsmenge kann die Ergotherapie in diesen Fällen mit medizinisch fundierter Begründung weiter fortgeführt werden und erfolgt dann außerhalb des Regelfalls. Bei einigen Krankenkassen muss eine Verordnung außerhalb des Regelfalls vor der Behandlung des Patienten beantragt werden.

Gerne helfen wir unseren Patienten hier bei der Antragsstellung sowie Ihnen und Ihrem Praxisteam bei der Beratung zur korrekten Ausstellung der Verordnung. Selbstverständlich stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne Informationsmaterial zur Verordnung von ergotherapeutischen Maßnahmen zur Verfügung und bieten Ihnen bei Bedarf eine persönliche, umfangreiche Beratung an.